Archiv der Kategorie: Spielzeug u3

Geschenke für die Familie

Wer Kinder hat, erhält in der Regel von vielen Verwandten liebevolle Geschenke. Das ist schön. Gleichzeitig erhält man damit auch die Verpflichtung, gelegentliche herzliche Grüße zurück zu senden. Aber was ist schön?

Je nach dem, wie die Bindung ist, sind selbstgemalte Bilder oder Fotos der Kinder zwar gern gesehen, landen aber in der Schublade. Besser sind Verbrauchsartikel. Was sich in unserer Familie als gut erwiesen hat, sind zum Beispiel Kerzen, die je nach Alter und motorischen Fähigkeiten gestaltet werden. Die kleine Tochter macht noch kleine Wachsflecken auf die Kerze, so hat der Sohn vor 2 Jahren auch angefangen. Der große Sohn kann schon mit Hilfe einfache Formen gestalten. Die Bienenwachskerze ist eine zum selber einrollen. Die Oma hat vor einem Jahr einen „Kerzenbausatz“ aus Wachsplatten  und Dochten geschenkt. Dieser wird von uns so gut genutzt. Die Wachsplatte wird mit dem Föhn etwas angewärmt und dann aufgerollt. Das kann der Sohn schon gut alleine, wenn ich den Anfang gemacht habe. Das Bild auf der Kerze haben wir zusammen gemacht, so etwas wie die Blumenstiele habe ich zugearbeitet, die Blumen darauf hat er selbst gemacht. Den Himmel mit Wolke hat er sich auch selbst ausgedacht. Solche Geschenke sind in unserer Familie ganz gern gesehen.

Weitere von uns belieDSC02287bte Geschenke sind mit den Kindern gebackene Kekstüten oder mit Porzellanmalstiften bemalte Teller oder Schüsseln.

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Bestes Urlaubsspielzeug

In unserem Urlaub hatten wir das Glück, einen Wäscheständer mit verschiedenen Klammern im Zimmer zu haben. Das war das Lieblingsspielzeug des Mädchens. Meist waren wir unterwegs, aber beim Heimkommen und Warten auf das Tischdecken oder früh nach dem Aufstehen spielte sie hingebungsvoll mit den Klammern. Das war auf jeden Fall ihr Urlaubsliebling. 

große Hocker für 0-3

Allgemein ist bekannt, dass Kinder noch nicht allein an den Wasserhahn beim Waschbecken kommen. Dafür gibt es die Fußbänke. 

Wir haben beim Ersten hochmotiviert eine gekauft und später festgestellt, dass der Kleine mit einem Jahr zwar laufen könnte, aber zu klein war, um mit der Minifußbank auch nur annähernd zum Wasserhahn zu reichen. Also befaßte ich mich mit den Sorten an Hochsteighilfen und stellte fest, dass es die in verschiedenen Höhen gibt. Natürlich müssen die kleinen Krippenkinder mit Festhalten auf die hohen Hocker steigen, bei uns reicht aber das Waschbecken zum Festhalten aus. Wenn Klettern notwendig ist, steigt die Unfallgefahr. Also muss man, bis sie sicher Klettern können, mitgehen. Da man ohne Hocker auch mitgehen muss, ist der Aufwand  der Gleiche. Dafür haben die Kinder nach meinem Erleben schnell das Gefühl, etwas alleine zu schaffen und ihre Selbstständigkeit wird gefördert. Die passende Hockerhöhe ist bei uns um die 30cm, etwas mehr oder weniger ist da gleich.

Unsere Kinder schleppen die Hocker durch die ganze Wohnung, um sich überall etwas zu holen oder etwas anzuschauen.

Seifenblasen

Zum Kindergeburtstag des Großen haben wir einen großen Seifenblasenring gekauft. Der war den ganzen Nachmittag am Beliebtesten. Einfach in den Wind halten und die Riesenseifenblasen kommen von ganz alleine.

Aber auch alle kleinen Flaschen werden bei uns alle. Zum Glück sind sie beliebte Geschenke. So habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn eben doch eine drittel Flasche verkleckert. Die Kinder haben an Seifenblasen einfach eine enorme Freude. Und es lockt sie auf die Wiese.

Am Ende ist das schönste an Seifenblasen, dass sämtliche Selbstbauten und gekaufte Ringe eine Vielfalt und fortlaufenden Spaß bringen, dass es immer aktuell bleibt. Die Schwierigkeit für kleine Kinder ist das Verschlucken der Seifenlauge. Wenn man das im Blick hat, ist es schon für alle Altersgruppen geeignet. Die Kleinen müssen es eben in den Wind halten und laufen oder sich drehen.

 

 

Straßenkartons individuell gestaltet

Es ist kein Geheimnis, dass unser Sohn leidenschaftlich gern Autos spielt. Er hat auch einen Straßenteppich und ein Straßenpuzzle, aber am besten fand er bis jetzt seine Kartons. Und nachdem die erste Generation Kartons das Zeitliche gesegnet hat wegen maximaler Abnutzung, hat er so häufig den Wunsch geäußert, dass es nun die zweite Generation gibt. Und die sind besser als alle gekauften Straßen. Sie sind auf seine Autogröße angepaßt, haben alles, was er sich wünscht, drauf: nämlich eine Schiene für den Zug und eine für die Straßenbahn, eine Rumpelstraße, Kreuzungen, Parkplätze, Feuerwache, Rettungswache und Polizeiwache und viele, viele Haltestellen, an denen die Leute immer Bahn und Bus verpassen und auf die nächsten warten. Sicher waren das noch nicht die letzten Kartons. Die Kartons haben wir vorher im Laden gemeinsam eingekauft und er hat sich die Farben ausgesucht. Nach der Erfahrung der letzten Kartons, die immer auseinander rutschten beim Spielen, habe ich sie diesmal gleich auf der Unterseite mit Klebeband  zusammengeklebt, weil er ohnehin nie mit einem einzelnen Karton gespielt hat, sondern immer alle aufgebaut hat.

 

Holzspielzeug

Nur weil es aus Holz ist, ist es nicht gleich schön. Nur wenn es wirklich schön ist, ist es schönes Holzspielzeug.

Wir haben viele verschiedene Holzsteckpuzzle geschenkt bekommen und nur eines behalten. Hochwertige Steckpuzzle sind detailgetreu ausgesägt und für die Kinder einfach anhand des „Schattenrisses“ zuzuordnen. Viele Puzzle sind jedoch eher kreisförmig ausgesägt und sehr lieblos gestaltet. Dort ist die Unterscheidung der Formen sehr schwer und eher zufällig. Mir persönlich gefallen sie auch nicht.

Ebenso ist es mit anderem Holzspielzeug. Nach konsequentem Weiterschenken haben wir nun das Spielzeug zu Hause, mit dem die Kinder tatsächlich spielen.

Es reicht als Kriterium nicht, dass es Verwandten oder Eltern gefällt, sondern es ist tatsächlich der Spielwert für die Kinder entscheidend. Eltern haben aber insofern Mitspracherecht, als dass die Kinder gern mit den Eltern spielen und die Eltern dabei auch Spaß am Spielzeug haben sollten.

Linktipp: spielzeugfreies Kinderzimmer

Eine Freundin hat mir aus ihrer Ausbildung erzählt, was sie über spielzeugfreie Kindergärten gelernt hat. Spielzeugfrei sind Projektzeiten im Kindergarten zwischen 6 Wochen und 3 Monaten. Das meiste  eindimensionale Spielzeug wie Puppen, Fahrzeuge und Kochecke werden für die bestimmte Zeit eingepackt. Mehrdimensionales Spielzeug wie Stifte, Papier, Tücher, Decken oder auch ausgewählte Bausteine (z.B. Kappla) werden bei den Kindern gelassen. Im Ergebnis lösen sich feste Spielgruppen öfter auf und es bilden sich neue Spielgruppen, die nahezu alle Kinder integrieren. Die Einteilung nach Mädchen- und Jungenspiel löst sich auch in ihrer absoluten Trennung auf und es gibt überschneidende Spiele. Selbst in der ersten Klasse sind noch Nachwirkungen spürbar von der 3-monatigen spielzeugfreien Zeit im Kindergarten. Die Kinder sind sozial kompetenter und konzentrierter als Gleichaltrige ohne spielzeugfreie Projektzeit während des Kindergartens.

Gehört hatte ich schon von den Projekten aus anderen Kindergärten. Beeindruckt hat mich aber, dass die Wirkungen bis in die Schulzeit hinein reichen.

Etwas später fingen bei uns zu Hause die Streitereien zwischen den Kindern um das Spielzeug an. Die Schwester fing an zu krabbeln und das Spielzeug vom Bruder zu nehmen. Der Bruder fing an, schon vorbeugend alles wegzunehmen und überhaupt. Die Schwester war zum Spielen zu klein und verstreute alles. Der Bruder machte mit und schoss alles rum. Wir passten auf, dass nichts zu Bruch geht. Das Gestreite und Geschimpfe nervte besonders uns Erwachsene und es entstand sehr schnell der Gedanke, einfach den Grund des Streitens / das Spielzeug mal wegzunehmen.

Aber wie macht man das zu Hause? Google kann an der Stelle kaum helfen. Es gibt zwar inzwischen viel Informationen über spielzeugfreie Kindergärten. Aber nichts über zu Hause. Bis ich auf die Seite gestoßen bin: Spielzeugfreies Kinderzimmer. Die Eltern schrieben ebenfalls, dass sie angenervt waren von dem wild herumliegenden Spielzeug. Und sie haben tolle Ideen, wie man Spielzeugfrei zu Hause umsetzen kann, mit Spielzeugtauschmöglichkeiten und wie sie sich mit den Kindern gemeinsam abstimmen. Großartig.

Und dann stand meine Idee, die Adventszeit bei uns zu Hause auch spielzeugfrei (na gut, eher spielzeugarm) zu gestalten. Und mit dem Sohn habe ich eine ganze Menge Spielzeug schlafen gelegt, wir haben extra noch einen Mond und Sterne für das Spielzeug gemalt, damit es sich alleine nicht fürchten muss. An jedem Adventssonntag bieten wir eine Tauschmöglichkeit an (und wegen Krank auch mal zwischendurch).

Spannend finde ich, welches Spielzeug er wirklich braucht. Die kleine Schwester braucht von sich aus sowieso noch kein Spielzeug. Sie wuselt durch die Wohnung und ist noch im Entdeckermodus. Sie liebt besonders die Bilderbücher und den Sandschieber. Für die Adventszeit habe ich extra noch mal Nachschub an Sand gekauft. Er spielt am liebsten seine Autos, baut aber nicht mehr enorm viele Ecken auf, sondern hat durch die reduzierte Anzahl nur noch eine Straßenecke. Ansonsten spielt er wie vorher, er schaut etwas Bücher an und wünscht sich auch mal ein Spiel oder Malen mit den Erwachsenen.

Insgesamt haben wir jetzt fast 4 Wochen durch. Und entweder war es sowieso an der Zeit, dass sie anfangen, sich begrenzt als Spielpartner wahrzunehmen oder es hat vielleicht sogar ein bißchen mit dem geringeren Streitangebot zu tun. Ich erlebe wohltuend, dass das Aufräumen absolut leichter ist. Und da nicht mehr an 5 oder 6 Stellen Autos aufgebaut sind, an die keiner dran stoßen darf, macht die kleine Schwester automatisch weniger „falsch“, wenn sie irgendwo spielt, wo früher seine Autos standen und heute aber Platz ist.

Wir werden auf jeden Fall das ein oder andere als Anregung mitnehmen. Besonders toll fand ich die Hinweise, welches Spielzeug sich Kinder wünschen und was Eltern schenken sollen. Damit habe ich für dieses Weihnachtsfest einfach kaum was für die Kinder gekauft. Es gibt für jeden ein gedrucktes Babyfotobuch, weil sie sich gern anschauen. Und für den Großen habe ich ohne seinen Wunsch ein Stethoskop gekauft, weil es für Kinder sehr spannend sein kann, ihre Umwelt zu entdecken und zum Beispiel Bäume zu hören. Ich habe mich aber schon darauf eingestellt, dass es ihm nichts bedeuten wird. Mehr überflüssiges Spielzeug wird es von uns nicht geben.

dsc02683-2Das meiste, was wir zwischendurch feststellen, kriegen die Kinder (leider) schon zwischendurch, wie den Spielsand im Schieber. Der hat sich aber als Alternative zum Spielzeug während unseres Projekts absolut bewährt. Und neugierig bin ich auf nächstes Jahr, wenn er anfangen wird, sich tatsächlich selbst Dinge zu wünschen.