Archiv für den Monat April 2017

stündlich geweckt und wieder einschlafen für Eltern

Ich selbst bin ein Vielschläfer. Die Mehrheit der Menschen braucht ca 8 Stunden Schlaf, ich 9. Man kann seinem Körper aber abverlangen, dauerhaft mit etwas weniger auszukommen. Gesellschaftlich hat sich die Schlafdauer seit hundert Jahren von ca 9 auf ca 7,5 Stunden verkürzt, diese Kürzung ist aber bei mir noch nicht angekommen. Der individuelle Preis für dauerhaften Schlafmangel ist ein geschwächtes Immunsystem. In unserer Gesellschaft ist es aber eher die Regel zu wenig Schlaf zu bekommen als die Ausnahme. Unabhängig von jeder persönlichen Veranlagung und persönlichen Tagesabläufen sind junge Eltern gezwungen mit wenig Schlaf auszukommen.

Für mich war es fatal. Da ich ohnehin nie in der Lage war, mit weniger Schlaf auszukommen, hat mich der Mangel besonders hart getroffen. Mein Kind wollte alle 2 Stunden trinken. Ich konnte dabei nicht einschlafen, so dass ich zwischen den Trinkphasen auf eine reichliche Stunde Schlaf gekommen bin. Nach einer Nacht mit 9 Stunden und 6 Stillpausen kam ich also auf gestückelte 5 bis 6 Stunden Schlaf. Tagsüber war ich schrecklich müde und frustriert. Der tolle Tipp: Schlaf doch tagsüber mit deinem Kind mit! hat bei mir eher die Frustration erhöht, weil ich tagsüber so unter Strom stand, dass ich nicht einschlafen konnte.

Was mir tatsächlich geholfen hat, war die Aussage meines Vaters. Er bezog sich auf Schichtarbeiter. Die sind früher häufig mit den Zug zur Arbeit gefahren. Wer richtig müde ist, hat sich hingesetzt und im Sitzen sofort geschlafen, trotz Schichtarbeit. Wenn ich also nicht eingeschlafen bin neben meinem Kind, war ich also noch nicht so ausgelaugt, dass ich am Ende der Belastung war, wo Schlafentzug in Richtung Wahnvorstellungen und Tod geht. Das klingt erstmal sehr komisch und auch nicht aufbauend. Mir hat es aber insofern geholfen, dass ich mich entspannter neben mein Kind legen konnte und mich ausgeruht habe. Das ich nicht eingeschlafen bin, hat mich nicht mehr so frustriert, weil ich zwar müde war, aber noch nicht am tödlichen Limit, also noch (leichte) Reserven zur Verfügung standen. Glänzende Laune war trotzdem nicht möglich, aber ich war nicht mehr so enorm frustriert. Beim zweiten Kind war ich von vornherein entspannter und habe mich daneben gelegt und mitgeruht.  Nach derartig zerstückelten Nächten war natürlich meine Leistungskurve entsprechend niedrig, aber meine Ansprüche auch. Und mit derartig wenig Kraft lässt sich in einem Jahr Elternzeit eben nicht die Welt verändern, sondern nur ein Kind ein Jahr älter werden.

Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, mit der Dauerspannung und Müdigkeit umzugehen, Meditationen (der Rosenkranz ist als Litaneigebet eine katholische Form der Meditation, allerdings sehr traditionell, aber auch sehr zum Einschlafen geeignet), Sport und Rausgehen für den eigenen Biorhythmus, und Kaffee nach dem Aufstehen (wer stillt, trinkt ihn nicht vor dem Schlafen 😉 ). Letzlich gilt: tagsüber wach bleiben. Wenn das Kind schläft, mit ruhen oder sogar einschlafen. Haushalt nur machen, was mit wachem Kind geht, alle Schlafenszeiten des Kindes sind zu 100% Mama-Zeit, zum Schlafen/Ruhen/Lesen/Füße-hochlegen.

Als genereller Tipp gilt für Kinder wie für Erwachsene: Im Gegenzug zu den alten Röhrenfernsehern haben die neuen Flatscreens von Smartphone und Fernseher eine nachteilige Lichtwirkung. Die Blauanteile machen wach statt müde, beim Schlafengehen eine Tücke. Was mir geholfen hat, war mein MP3-Player mit Internetzugang mit Hörspielen. Oder zumindest habe ich die Sendungen nur gehört. Welche Sendung einem gefällt, muss jeder für sich herausfinden. Für mich persönlich hat selbst Bibi Blocksberg eine zu hohe Spannungskurve, um dabei einzuschlafen, andere schlafen bei TKKG hervorragend ein. Ich habe die alten Sendungen von „genial daneben“ für mich entdeckt. Durch die Beantwortung von einzelnen Fragen war der „Spannungsverlauf“ auf ca. 10 Minuten beschränkt, es gibt keine akustischen Spitzen, bei denen ich immer aufwache, sondern ein eher rauschendes Sprachgewirr. Wenn ich wach bin, sind die Gespräche sehr unterhaltsam, so dass ich nicht ins Grübeln komme (das ist sonst ein sehr massiver Schlafräuber). Aber die Gespräche sind nicht politisch bedeutsam oder sonstwas, als dass Gefühle angesprochen werden, die einen wieder vom Schlafen abhalten. Außerdem sind es „nur“ Gespräche, so dass man nicht zwangsläufig hinschauen muss, sondern es sich über das Hören erschließt (was den Bildschirm nebensächlich macht und beim Einschlafen wieder hilft).

 

Advertisements

Rückenschmerzen als Mutter

Wer als sportliche Mutter in die Schwangerschaft startet, hat allgemein weniger Probleme. Nun startet nicht jeder gleich sportlich in die Schwangerschaft. Und ich finde es auch müßig, darüber zu debattieren, warum man vorher hätte Sport machen sollen, Vorbei. Ich selbst gehöre leider auch zu den unsportlicheren. Sicher wäre ich gern sportlicher, aber es wird leider nie mein Lieblingshobby werden.

Ich denke, ein Grundmass an Bewegung gehört dazu, bei mir ist es aber definitiv kein Joggen. Ich habe aber den Vorteil, dass ich auf Arbeit nicht parken kann und daher täglich Fahrrad fahre. Außerdem nutze ich häufig Treppen statt Aufzug oder Rolltreppen und bemühe mich so im Alltag. Leider reicht es nicht aus, um gegen Rückenschmerzen vorzugehen.

Wer einen untrainierten, aber ausreichend fitten Rücken und leichte Bauchmuskelunterstützung vor der Schwangerschaft hatte, hat sich sicher nie Gedanken über notwendige Fitness gemacht. Wenn man nicht mehr zu jung ist (unter 30 und über 30 machen da schon einen Unterschied), ist man aber nach der Schwangerschaft häufig von Rückenschmerzen betroffen. Die stützende Bauchmuskulatur fehlt und der Rücken verkrampft, die wenigsten bauen während der Schwangerschaft noch ordentlich Rückenmuskulatur auf. Nach der Entbindung wird täglich zwischen 3 und 10 Kilo Baby gestemmt, zum Wickeln tragen, zum Baden heben, ins Bett heben, in den Wagen heben/gleich tragen, und das nimmt der schwache Rücken übel. Neben Rückenschmerzen kann es sogar Tinnitus als Folge der Verspannung geben oder sämtliche Kopfschmerzensorten. Wenn fehlende Muskulatur auch noch auf schwaches Bindegewebe trifft, hilft nur noch eins: Sport.

Aber was geht als Mutter, die zu Hause alleine nicht dazu kommt? Der innere Schweinehund ist nämlich ein Arschloch und die Kinder finden es witzig, wenn Mama zu Hause auf dem Fussboden kraucht. Und da Mama nicht fit genug ist, mit Kind auf dem Bauch den Po hochzustemmen, (sonst wäre ja der Artikel überflüssig), ist Sport zu Hause auch doof.

Während der Elternzeit fand ich die Sportkurse mit Kind super. Welcher ist egal, Hauptsache Bewegung und keine extra Kinderbetreuung. Es gibt Kanga oder Fit-dank-Baby, sicher gibt es auch noch mehr, aber leider kenne ich nicht alle. Mir hat es geholfen, gemeinsam mit anderen Müttern Sport zu machen und über den festen Termin ein Minimum an Training abzusichern.

Was hilft nach der Elternzeit?  Der Allgemeinarzt kann Rehasport verschreiben, Rückentraining einmal die Woche auf Rezept in einem Rehasport in der Nähe. Das ist noch nicht superviel, aber besser als nichts und hochwertig. Außerdem ist es auf Rezept kostengünstig, wenn es gut ist, kann man auch auf eigene Kosten nach dem Rezept weitermachen.

Wenn es teurer sein kann, dann lohnt sich das Kursangebot in der Nähe, Yoga, Pilates oder im Fitness-Studio, Hauptsache ein Termin mit anderen und die Motivation, auch hinzugehen. Dann bringt es nämlich auf jeden Fall mehr als kein Sport zu Hause, egal für was ich mich entscheide.

 

Kinderbilder auf Augenhöhe

Als Erwachsene richten wir Zimmer meistens sehr harmonisch und schön ein, Bilder hängen wir in angenehmer Entfernung an die Wand. Aber wie sehen Kinder die Räume? Wenn wir in die Hocke gehen und uns ganz klein machen, sehen wir das Zimmer wie die Kleinen. Das Wimmelbild ist auf einmal gar nicht mehr gut zu erkennen.

Ich habe den Wimmelkalender der Tante an die Tür gehängt. Es gibt die kleinen Klebehaken, die sich wieder rückstandsfrei abziehen lassen. So kann der Kalender in 1m Höhe an der Wohnzimmertür hängen, die Kinder nehmen ihn ab zum Gucken und Umblättern und hängen ihn hinterher wieder auf.

 

Schnupfen bei Kindern

Schnupfen bei Kindern kennt jeder und Spaß macht es nie. Nun gibt es aber diverse echte Hilfen und diverse Nicht-Hilfen, die überflüssig sind.

Was bei uns unentbehrlich war und ist, ist der Neugeborenen-Nasensauger aus der Apotheke, er kostet nur einen geringen €-Betrag (unterschiedlich, ca. 2,50) und funktioniert super. Auf der einen Seite am Schlauch wird mit dem Mund tüchtig eingeatmet und dadurch am anderen Ende gesaugt. Wenn man gut ist, kriegt man Schnupfen bis in den Kolben, aber dort wird er sicher aufgefangen und landet nicht beim Saugenden, ein unschätzbarer Vorteil. Wir haben bis auf den angepriesenen Staubsauger-Nasensauger alle anderen ausprobiert und ehrlich, alle sind teurer und keiner so gut. Den Staubsauger-Nasensauger haben wir nicht probiert, da unsere Kinder Angst vor dem Staubsauger hatten. Der Nasensauger ist auch ein ideales Geburtsgeschenk für andere Eltern. Eine Weile kann man ihn heiß ausspülen, aber irgendwann muss er ersetzt werden, so dass auch ein doppeltes Geschenk nicht stört. Wir haben auch mehrere, da wir zwei Kinder haben.

Eine weitere Hilfe sind die Nasentropfen. Salzwasser-Nasentropfen für immer und zwischendurch, und für Nachts die echten Nasentropfen, eine Riesenhilfe, um eine Mütze Schlaf abzukriegen. Wenn das Kind nicht auf irgendwelche Inhaltsstoffe allergisch reagiert, ist eine Überdosierung bei normaler Anwendung nicht möglich. Vorsicht, dass in der Pipette nur ein Tropfen drin ist, sonst verschluckt sich das Baby schnell.

Die verklebte Nase reinigt sich am besten mit einer mit Öl getränkten Watte. Anfeuchten, warten und vorsichtig popeln. Dann mit einer Wasserwatte den Ölfilm nachwischen. So hat es bei uns am besten geholfen. Und Kinderschnupfen wird gut über das ganze Gesicht verteilt und trocknet dolle an.

Wer dann noch einen Luftbefeuchter hat, kann nicht mehr sehr viel besseres tun (außer mit dem Ultraschallinhalierer Salzwasser inhalieren).