Familienbett, Beistellbett oder Babybett

Vielleicht hilft etwas Wissen um die Geschichte bei der Wahl des Bettes.

Kurz vorab: Es ist das Bett das richtige Bett, in welchem die Mutter so viel Schlaf bekommt, dass sie den Tag mit Kind schafft.

Kleiner Exkurs zu unserem Schlafverhalten: Wie der Hund zum Menschen kam, ist inzwischen ganz gut erforscht. Einen Hinweis haben wir von den Aboriginies und den Dingos erhalten, bei denen wir das heute noch sehen. Der Hund ist ursprünglich als wild gefangener Wolfswelpe zum Menschen gekommen.  In der Zeit der Höhlen haben Menschen nachts gefroren. Um einigermassen warm zu schlafen, hat man sich zusammengekuschelt. Und weil das allein nicht reichte, hat man sich noch die Wolfswelpen dazu genommen. (Wölfe/Hunde haben eine höhere Körpertemperatur als Menschen, sie liegt bei durchschnittlich 38°C.) Die Welpen wurden, als sie größer, wild und bissig wurden, gegen neue Welpen getauscht und mit der Zeit wurden dann die nettesten behalten und gezüchtet und der Hund war da. Als der Hund einmal da war, konnte er auch noch bei der Jagd helfen und die Höhle beschützen. Aber eigentlich wärmte er unter der Decke.

Nun kann man früher nicht eins zu eins mit heute vergleichen. Die Kindersterblichkeit und die Unfallrate war weit höher als heute, früher sind die Kinder zwar mehr auf Bäume geklettert, aber in jedem Dorf ist auch das ein oder andere Kind beim Stürzen vom Baum gestorben. Heute würde ich wohl zu Hause auch mein Kind nicht auf jeden klapprigen Baum steigen lassen und nicht unbedingt mit jedem Hund und Baby in einem Bett schlafen, sondern dass dem Notfall vorbehalten. Dennoch erkennt man, dass bis vor vielleicht 60 bis 100 Jahren eher gemeinsam als alleine im Bett gelegen wurde. Heute kommt es darauf an, wen man fragt. Die Hebammen sagen: „Babys müssen kuscheln“. Die Ärzte sagen: „17 pro 100.000 Kinder sind vom plötzlichen Kindstod betroffen. Einzelne kann man davor bewahren, wenn wir die Risikofaktoren minimieren und die Kinder ohne Decke im eigenen Bett schlafen.“ Und die Evolution schweigt. Keiner weiß, ob sein Kind die Mehrheit oder Minderheit ist. In der Statistik ist es nun so, dass die Mehrheit der Menschen als kuschelnde Wesen unter der Decke mit den Hunden aufwachsen möchte. Über den Einzelfall gibt die Statistik keine Auskunft.

Am Ende ist für eine Mutter selbst herauszufinden schlafe ich fest und merke nichts? Oder habe ich den sprichwörtlichen Ammenschlaf und komme gar nicht zum Schlafen? Ich finde das Beistellbett einen tollen Kompromiss aus allen Schlafformen. Das Kind ist in der Nähe und bekommt Wärme, hat aber ein eigenes Bett. Allerdings gibt es Leichtschläferkinder, die gern an der Brust einschlafen, sich aber dann nicht ins Beistellbett legen lassen. Oder Mütter schlafen beim Stillen selbst ein und wollen sich aber keinen Wecker stellen, um nach dem Stillen das Kind ins Beistellbett zu legen. Dort ist meine Erfahrung, dass die Mütter gut auf den Ammenschlaf vertrauen können und das Kind einfach im großen Bett liegen lassen. Manche Babys schlafen sehr ruhig und zufrieden und können einfach in ihr eigenes Bett gelegt werden, schlafen sogar dort ein. Das ist ein Glücksfall für Eltern, die ich sehr beneide. Den Kindern geht es gut dabei und sie genießen zum Teil sogar offensichtich ihr eigenes Reich und ihre Zeit vor dem Einschlafen, um mit sich zu spielen und langsam vom Tag runter zu fahren. Meine Kinder waren leider nicht so, aber ich kenne mehrere, auf die das zutrifft. Und bevor jemand sich angegriffen fühlt, was man falsch oder richtig machen muss, meiner Einschätzung nach ist das im Wesen der Kinder begründet. Es gibt Kinder, die lieben Möhren und es gibt Kinder, die hassen Möhren. Und es gibt Kinder, die lieben ihr eigenes Bett und es gibt Kinder, die hassen es alleine zu schlafen.

Die richtige Wahl des Bettes ist also abhängig von den Vorlieben des Kindes und der Mutter.

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2 Gedanken zu „Familienbett, Beistellbett oder Babybett

  1. Andrea Beskon

    Vielen Dank für deinen Beitrag! Unsere Kleine Maus schlief auch mit bei uns im Elternschlafzimmer in ihrem Beistellbettchen. Das war uns auch irgendwie viel sicherer. Mittlerweile schläft sie – jetzt 14 Monate alt – in ihrem eigenen Zimmer. Da schläft sie sehr gut und ruhig. Und seit ein paar Wochen sogar die ganze Nacht durch.

    Liebe Grüße
    Andrea

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