Archiv für den Monat Juni 2016

Sonnenschutz am Kinderwagen

Kinder unter ein Jahr werden oft nur wenig mit Sonnencreme eingecremt. Ihre Haut ist noch so sensibel. Das ist aber gleichzeitig der Grund, besonders auf anderen Sonnenschutz zu achten. Es wäre schrecklich, wenn ein Baby einen Sonnenbrand auf der empfindlichen Haut bekommt.

Die meisten Kinderwagen haben einen UV-stoppenden Bezug und können sehr sicher Schatten spenden. Als Ergänzug kann man einen Schirm oder ein Sonnendach dazuspannen. Dann ist der ganze Wagen einigermaßen im Schatten.

Eine Mutter hatte dabei eine super Idee. Ich weiß nicht, wie sie auf die Idee kam, aber sie hat mal ein Thermometer in den Kinderwagen gehalten. Es waren wohl ca 50°C. Durch den Sonnenschutz konnte die Luft nicht gut abziehen, aber die Sonne erwärmte die Luft im Wagen weiter. Als ich das gehört habe, habe ich sofort selbst ein Thermometer neben das Kind gelegt, um überhaupt zu wissen, wie warm es in unserem Wagen wird. Wir sind selten lange durch die Sonne gefahren, insgesamt hatten wir nie Probleme. Aber ich denke, es ist wichtig, es einfach im Blick zu haben und auch weiter zu erzählen.

Vor allem kann man sich sicher sein, dass die meisten sonnengeschützten Wagen auch windgeschützt sind und die Babys, die älter als 2-3 Wochen sind, ab 27°C  weder Mütze noch Body oder gar Pulli brauchen und ruhig nackend liegen dürfen. (Alle Pekip-Kurse heizen die Zimmer auf ca 27°C warm und dort können die Babys entspannt nackt spielen.)

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Heiße Rutschen im Sommer

Als kleine Erinnerung für Eltern:

Als ich früher mal mit Kindern gearbeitet habe, war ich noch fitter und bin auch auf dem Spielplatz mit den Kindern unterwegs gewesen. Da hab ich es an meinem eigenen Po spüren dürfen und dann aber zum Glück vor den Kindern Bescheid gewußt. Wenn die Sonne auf die Metallrutschen scheint, werden diese kochend heiß und können im Sommer bei kurzen Hosen sehr schmerzhaft sein. Deshalb im Sommer immer erst mit der Hand die Temperatur der Rutsche prüfen, bevor kleine Kinder darauf gehoben werden.

Sitzen ohne Kinderhochstuhl

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Kind nicht auf dem Kinderhochstuhl sitzt. Entweder ist man gerade unterwegs oder, was auch häufiger vorkommt, wenn die Kinder den zweiten Geburtstag gefeiert haben, wollen sie nicht mehr wie ein Baby auf dem Kinderhochstuhl sitzen, sondern wie die Großen auf einem richtigen Stuhl. Die einfachste Art, damit umzugehen, ist eine günstige Autositzerhöhung auf den Stuhl gelegt oder festgebunden. Wer möchte, stellt noch eine Fußbank zum Hochklettern neben den Stuhl und dem gemeinsamen Essen steht nichts mehr im Weg.

die richtige Wahl des Kinderhochstuhls

Ich wurde kürzlich von einer Freundin gefragt, welchen Kinderhochstuhl ich empfehlen könne. Es gibt unzählige Modelle auf dem Markt in allen Preislagen.

Für den Urlaub geht der einfachste Kinderstuhl. Für zu Hause sollte er jedoch etwas alltagspraktischer sein. Er muss unbedingt eine verstellbare Fußstütze haben. Kinder können nur mit aufgestützten Füßen sicher sitzen und den Rücken gerade halten und entlasten. Daher sollte die Fußstütze mit dem Kind mitwachsen.

Man kann bereits im Laden testen, ob ein Stuhl sicher steht. Kinder werden sich auf jeden Fall mal auf die eine oder andere Seite beugen oder wütend am Tisch schieben, der Stuhl sollte dabei sicher stehen bleiben.

Für das erste Sitzen ist eine Sitzverkleinerung sinnvoll, um dem Kind auch beim Herumschauen Halt zu geben. Kinder bewegen sich meist in die Richtung, in der sie schauen, nur den Kopf drehen ohne mit dem Körper hinterher zu fallen benötigt schon viel Körpergefühl. Wer den Stuhl länger benutzen möchte, sollte auf eine abnehmbare Sitzverkleinerung achten, damit das Kind später auch alleine auf den Stuhl steigen kann.

Kinder sind verschieden mobil. Ein Anschnallgurt ist nicht Pflicht, es sollte den Eltern aber bewußt sein, dass nicht angeschnallte Kinder unbedingt sicher im Stuhl sitzen bleiben müssen. Gerade wenn Kinder sehr zeitig Krabbeln und Klettern bevor sie sprechen, kann es sicherer sein, sie anzuschnallen, wenn ich mich noch wegbeugen muss, um das erwärmte Essen zu holen.

Sitzpolster sind nur eine Zugabe, wenn es Eltern und Kindern gefällt. Ich dachte, ich mache meinen Kindern eine Freude, aber sie mochten es gar nicht. Gibt es also auch.

Ansonsten denke ich, ist Marke und Preis egal, jeder Kinderhochstuhl, der diese Kriterien erfüllt, ist ein guter Kinderhochstuhl, gebraucht oder neu.

Mutterinstinkt und Vaterinstinkt

In unserer Gesellschaft wird immer von der einfühlsamen Mutter gesprochen, es ist nur 50 Jahre her, dass Mütter generell für die Kindererziehung verantwortlich waren und der Vater der Ernährer der Familie. Alleinerziehend sind in der Regel Mütter und kaum Väter, Kinder gehören zur Mutter, die Mutter weiß, was für das Kind richtig ist, Mütter fühlen das einfach, Mütter wachen nachts auf und Väter schlafen im gemeinsamen Zimmer einfach weiter. Warum? Haben Väter keine Instinkte, ist der Vater nur zum Kinderzeugen da?

Schauen wir in die Geschichte der Menschheit, lohnt es sich, weiter als 100 Jahre zurückzublicken. Aufschluss geben neben archäologischen Funden auch die Lebensweise der ursprünglichen Kulturen in den abgelegenen Gebieten. Neue Forschungen haben erstaunliches bewiesen.

Die Argrarrevolution war der Todesstoß für die Familie. Mit dem Ackerbau wurde der Mensch seßhaft und gab die nomadische Lebensweise des Jägers und Sammlers auf. Was war der Vorteil? Durch den Ackerbau hat der Mensch sich vor Ort selbst versorgt und konnte sich auch in Gebieten ausbreiten, die nicht mehr ganzjährig  Obst wachsend hatten. Der Preis war die Arbeitsteilung, die Frau machte das Haus und den Garten und das Vieh am Haus, der Mann das entferntere Feld und das entferntere Vieh, und schon war die Kindererziehung Sache der Frau und der Vater auf „Montage“ auswärts arbeiten.

Der Begriff des Garten Eden ist nicht von ungefähr entstanden, ganzjährig Mangos auf den Bäumen, Feigen, Orangen, etc (bitte meine Ausführungen jetzt nicht biologisch prüfen, ob diese Früchte auch wirklich zusammen in der gleichen Region wachsen). Der Mensch kommt aus Afrika, wo ganzjährig Sommer ist und die Fruchtreife nicht saisonal ist wie bei uns in Europa, sondern ganzjährig. Dazu kommt der Ertrag aus der Jagd. Der Blick in die Urvölker zeigt, dass unter diesen ganzjährig günstigen Bedingungen die Zeit für Essensbeschaffung ca 8-10 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt. Was hat der Urmensch in der restlichen Zeit gemacht? Richtig, er hat sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und mit den Kindern gespielt. Die Väter wie die Mütter. Und den Kindern ging es gut.

Dass die Väter heutzutage im heimischen Schlafzimmer weiterschlafen, während das Kind leise ruft und die Mutter aufwacht, hat übrigens auch ganz praktische Gründe. Der Vater geht meist arbeiten und muss schlafen, um Arbeiten gehen zu können. Sobald irgendein Grund vorliegt, warum die Mutter auswärts schläft, schlafen ohne vorherige Übung die Männer sehr unruhig und wachen bei jedem Umdrehen des Kindes auf. Das ist die väterliche Intuition, die nur überlagert wird von den neuen gesellschaftlichen Erfordernissen des Arbeitstieres Mann.

Wenn also darüber debattiert wird, wer für das Kind wichtiger ist, Mutter oder Vater, so gibt es eine ganz klare Antwort: Beide Eltern. Und das ist genetisch in uns so angelegt.

Umgang mit pränataler Diagnostik

Jeder, der sich ein Kind wünscht, träumt von einem gesunden Kind und einem ganz normalen Aufwachsen. Das hat nichts mit Diskriminierung oder Arroganz zu tun, sondern hat auch gute, lebenspraktische Gründe. Wer anders ist, und sei es nur schwul oder lesbisch, hat immer mit Vorurteilen und Stigmatisierung zu kämpfen. Wer dann noch Hilfsmittel oder anderes braucht, kämpft wie Don Quichotte gegen Behörden, Kranken- und Pflegekassen, um überhaupt ein bisschen Normalität zu Hause zu gestalten. Ein ganz normales Leben ist hart erarbeitet und kostet Kraft. Dort anzukommen, wo „normale“ Familien starten, bedarf eine Menge Vorleistung. Wenn man diese Kraft frei für anderes hat, ist das Leben viel leichter und unkomplizierter. Das ist ein guter Grund, für die eigenen Kinder eine gute und unbeschwerte Kindheit zu wünschen.

Was ist aber, wenn es anders ist? Wie anders kann es sein und was kann ich davon planen?

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Untersuchungen während der Schwangerschaft. Es ist üblich, sich das Geschlecht sagen zu lassen. Mit dem Ultraschall können erste Unregelmäßigkeiten erkannt werden, Nackenfalte, Herzfehler. Mit dem Fruchtwasser und dem Blut kann noch genauer Aufschluss gegeben werden.

Doch dann kommt die entscheidende Frage: Was mache ich mit dem Wissen? Kann ich abtreiben? Gibt es Spätfolgen vom Abtreiben? Nach jeder Abtreibung steigt womöglich das Risiko für Fehlgeburten. Wieviele Abtreibungen kann ich mir also leisten bis zum Wunschkind oder ist der Zug dann abgefahren? Und der SuperGAU: Was passiert, wenn mein Kind bei einer Abtreibung nicht stirbt, sondern weiterlebt? Fühle ich mich dann schuldig oder nicht?

Pränatale Diagnostik ist nicht nur toll und schön. Je mehr wir wissen, desto mehr müssen wir entscheiden.

Das Kaiserinnenreich hat verschiedene Artikel zur Thematik der pränatalen Diagnostik geschrieben und tolle Artikel verlinkt. Ich habe selbst voll Spannung dort gelesen.

Ich denke, jede Familie, die vor Entscheidungen stand, dann ihre Entscheidung getroffen hat und davon berichtet, kann uns helfen, auch unsere eigenen Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist nur, dass jeder für sich selber denkt und entscheidet und niemals der Satz fällt: Du solltest so entscheiden. Denn das muss am Ende jeder für sich selber wissen. Und die Mütter noch einmal mehr als die Väter.